Bei Beerdigungsgesprächen kommt das Thema oft peinlich vor: Uneheliche Kinder.
„Gab’s schon immer“ sag ich dann oft.
Meine private Ahnenforschung bestätigt es.
Ich hatte von der Suche nach meinem Ururgroßvater -„Opa Ewert“- berichtet. Danach ging es sehr schnell weiter in den den Generationen, denn einer der beiden Mitforschenden konnte helfen und mir seine Stammbuchdatei zur Verfügung gestellt.
Unser gemeinsamer Stammbaum endet einmal bei Friederike Charlotte Galzen. Er vermerkte: Uneheliches Kind, Vater unbekannt.
Parallel habe ich die Stammbaumdatei bei Ancestry eingespielt, denn dort werden oft automatisch Dokumente angezeigt. Dort wird ein anderer Stammbaum angezeigt. Friederike Charlotte Pogalsky. Gleiches Geburtsdatum, gleicher Geburtsort, gleicher Ehemann, gleiche Kinder. Also gleiche Person, unterschiedlicher Nachname. Vater: Gottlieb Pogaltz. Mutter: unbekannt.
Nun wird es Zeit für den Blick in die Quellen, die zum Glück bei ihr existieren. Welcher Geburtsname wurde angegeben?
Bei ihrer eigenen Hochzeit ist der Name Gazen angegeben.
Bei der Hochzeit des Sohnes der Name Pogaltz.
Beim Tod des anderen Sohnes Pogalsky – da die Person in Pommern lebte vermute ich eine Anpassung an die umgebende polnische Sprache.
Was zeigt sich? Beide Stammbäume zusammen ergeben die Namen von Vater und Mutter. Sie war ein uneheliches Kind, die bei der Angabe des Geburtsnamens zwischen dem der Mutter und dem des Vaters gewechselt hat.
Dass es uneheliche Kinder gibt, ist im Stammbaum keine Seltenheit, auch nicht, dass die Angaben der Eltern dann nicht konstant sind.: Viele Generationen später taucht wieder eine Ahnin auf, die ein uneheliches Kind war und als Soldatenwitwe zweimal verheiratet war. Bei der ersten Ehe gab sie den Namen des unehelichen Vaters noch mit an, bei der zweiten steht da nur „unbekannt“.
Auch weitere uneheliche Kinder finden sich.
Ich sag’ ja: gab’s schon immer.